30. Oktober 1668 in Iburg

30. Oktober 1668 in Iburg

Heute vor 353 Jahren

Die spätere erste preußische Königin, Sophie Charlotte, wird in Iburg geboren. Sie ist die Tochter des ersten Kurfürstenpaares von Hannover, Ernst August von Braunschweig-Lüneburg und Sophie von der Pfalz. 1684 heiratet Sophie Charlotte den brandenburgischen Kurprinzen Friedrich, den späteren Kurfürsten und König in Preußen. Die Ehe ist aus politischen Gründen arrangiert, Sophie Charlotte und ihr Ehemann leben weitgehend getrennt. Die spätere Königin schafft sich nach der Rückgabe von Schloss Caputh ihr Refugium mit Hofhaltung in Lützow, dessen Schloss nach ihrem frühen Tod 1705 in Schloss Charlottenburg umbenannt wird. Dort sind ihre Wohnräume im Erdgeschoss der Gartenseite eingerichtet. Sie unterhält einen kleinen Hof, der unabhängig von der landesherrlichen Hofhaltung existiert und eher unpolitischen Charakter hat, vielmehr auf die Förderung der Musik ausgerichtet ist. Hier verkehrt auch der enge Freund der Königin, Gottfried Wilhelm Leibniz, der nach ihrem Tod schreibt: „ (…) so genoß ich häufig das Gespräch einer Fürstin, deren Geist und Menschlichkeit von keiner jemals übertroffen wurde (…). Die Königin besaß eine unglaubliche Kenntnis auch auf abgelegenen Gebieten und einen außerordentlichen Wissensdrang.“ Gemeinsam bewirken die Königin und „ihr“ Philosoph die Einrichtung der wissenschaftlichen Akademie zu Berlin, welche am 11. Juli 1700 gegründet wird. Von den drei Kindern des Königspaares überlebt nur ein Sohn – der spätere preußische König Friedrich Wilhelm I., der „Soldatenkönig“. Sophie Charlotte stirbt 1705 an einer Halsentzündung und ist in der Gruft des Hauses Hohenzollern im Berliner Dom beisetzt.

Quelle: https://www.preussen.de