31. Dezember 1749 in Berlin

31. Dezember 1749 in Berlin

Heute vor 271 Jahren

Seit einigen Tagen waren 51 Särge von der Hohenzollern-Gruft in den Gewölben der alten Dominikanerkirche am Schlossplatz, die König Friedrich II. von Preußen nun abreißen lässt, in die neue Gruft auf der gegenüberliegenden Seite des Lustgartens gebracht worden. Die Überführung endet am heutigen Tag, jedoch werden einige Särge, darunter die der Kurfürsten Johann Cicero, Joachim I. und Joachim II. aus unerfindlichen Gründen nicht verlegt und gehen verloren. Die neue Ruhestätte unter dem Dom am Lustgarten ist allerdings nicht sehr geeignet für eine Grablege von hoher legitimatorischer Bedeutung und europäischem Rang – bei Spreehochwasser steht der Raum regelmäßig 20-30 cm hoch unter Wasser, wie etwa der Architekt Friedrich August Stüler später berichtet.
Unter Kaiser Wilhelm II. wird der neue Dom an gleicher Stelle zwischen 1894-1905 errichtet und in der dortigen Gruft werden die sterblichen Überreste von weiblichen wie männlichen Angehörigen der brandenburgisch-preußischen Linie des Hauses Hohenzollern, beginnend mit Kurfürst Johann Georg (gestorben 1598) und endend mit König Friedrich Wilhelm II. (gestorben 1797), beigesetzt. Allerdings bildet der zuletzt genannte Friedrich Wilhelm II. eine Ausnahme unter den Königen des 18. Jahrhunderts. Es gibt ab dieser Zeit bereits eine dezentrale Grablegung der preußischen Könige und ihrer Verwandten. Während des II. Weltkrieges wird auch die Hohenzollerngruft durch den Einsturz der von Bomben getroffenen Hauptkuppel des Domes stark beschädigt. Einige Särge werden nahezu völlig zerstört – die herabstürzenden Kuppelteile durchschlagen den Boden der Kirche und ziehen die Gruft in starke Mitleidenschaft.
Aktuell ist die Lage wie folgt: Nach der Wiederherstellung des Domes konnten 90 Särge bis März 2020 von den Besuchern in der Gruft besichtigt werden. Der Kontrast zwischen dem hellen, bunten, hohen Innenraum des Berliner Doms und der spärlich beleuchteten Hohenzollerngruft war schon immer ein besonderer Moment für Dombesucher, wenn auch viele Details der Särge im spärlichen Licht verborgen blieben und lediglich die Namen der Verstorbenen als Information vorhanden waren. Wegen umfangreicher Umbau- und Sanierungsmaßnahmen ist die Gruft jedoch derzeit geschlossen. Nach der Wiedereröffnung werden die Besucher zunächst in einen Informationsbereich gelangen, der mit Wissenswertem zur Geschichte der Grablege und Geschichten über die Menschen, die in der Gruft bestattet sind, aufwartet und so eine wichtige Lücke für die Besucher schließt, die gerne mehr über 500 Jahre brandenburgisch-preußische Geschichte und insbesondere auch über ihre Grabkultur erfahren möchten.
Der Schutz der wertvollen Sarkophage wird in Zukunft mit einer Klimaanlage gewährleistet werden und ein neues Lichtkonzept den Charakter als Grablege betonen. Der Fokus auf Details von besonderer (kunsthistorischer) Bedeutung wird so zudem möglich. Die Wiedereröffnung der Hohenzollerngruft als einer der bedeutendsten dynastischen Grablegen Europas ist für 2023 geplant.

Quelle: https://www.preussen.de/