31. Juli 1953 in Burg Hohenzollern

31. Juli 1953 in Burg Hohenzollern

Heute vor 68 Jahren

Der „Mann aus dem Nebel“ gibt der Polizei fast ein Jahr lang Rätsel auf. Der Raub in der Schatzkammer der Burg Hohenzollern in der heutigen Nacht war an Dreistigkeit nicht zu überbieten gewesen. Der Dieb war mittels einer gestohlenen Leiter über die Burgmauer geklettert, hatte mit einem Bolzenschneider die Gitterstäbe eines Fensters durchtrennt und sich in den Innenraum gezwängt. Mit einem umwickelten Hammer schlug er dort mehrere Glasvitrinen ein und warf Goldene Teller, Brilliant-Tabaksdosen aus dem Besitz Friedrichs des Großen, Marschallstäbe, edelsteinbesetzte Orden und Schmuck von unschätzbarem Wert in einen Sack. Die preußische Königskrone verschonte er jedoch und flüchtete zurück in den Wald, vergrub dort zunächst seine Beute, wusch und rasierte sich an einem Teich und spazierte angeblich sogar freundlich grüßend an zwei Polizisten vorbei in die Stadt Hechingen hinunter. Um 6 Uhr entdeckt der Burgverwalter Oskar Berndt den Einbruch auf seinem morgendlichen Rundgang – um 8 Uhr nimmt die Polizei die Ermittlungen auf. Doch es wird bis zum März 1954 dauern, bis der Täter, Paul Falk, ermittelt werden und bei einem abendlichen Stelldichein verhaftet werden kann.

Viele der Gegenstände sind dennoch unwiederbringlich verloren. Der Täter hatte sie durch Einschmelzen und Auseinanderbrechen zerstört. Ort und Beute machten diesen Einbruch 1953 zur Sensation über die in Tageszeitungen und Zeitschriften ausführlich geschrieben wurde.

Quelle: https://www.preussen.de