31. März 1708 in Preußen

31. März 1708 in Preußen

Heute vor 313 Jahren

Über den Berliner Farbenhersteller Johann Jacob Diesbach sind nur wenige Informationen erhalten geblieben. Er war Schweizer und lebte im Zeitraum von 1701-1716 in Berlin, wo er im Labor des Alchemisten Johann Conrad Dippel arbeitete. Um 1706 gelang Diesbach zufällig die Entdeckung des ersten künstlich herstellbaren Pigments, dem sogenannten Preußisch Blau oder Berliner Blau.

Diesbach hatte eigentlich versucht, roten Florentiner Lack herzustellen, indem er Cochenille-Lösung mit Alaun, Pottasche und Eisensulfat fällte. Da ihm die Pottasche ausgegangen war, nahm er verunreinigte Pottasche, mit der vorher die Reinigung von Tieröl vorgenommen worden war. Ein tiefes Blau entstand. Diesbach konnte seine Entdeckung nicht lange geheim halten. Die früheste schriftliche Nennung des Pigments in einem Brief von Johann Leonhard Frisch, der an der Weiterentwicklung beteiligt war, an den Präsidenten der Berliner Akademie der Wissenschaften, Gottfried Wilhelm Leibnitz, erfolgt am heutigen Tag des Jahres 1708.

Preußisch Blau wurde in den folgenden Jahrzehnten für die Ölmalerei genutzt. Aber natürlich auch für die Färbung von Textilien, etwa der preußischen Uniformen und vieler Kleidungsstücke – wie im Jugendbildnis Friedrichs des Großen von Antoine Pesne zu sehen ist. Der Maler Antoine Watteau hat nachweislich bereits um 1710 mit der Farbe gemalt, etwa in seinem Gemälde „Einschiffung nach Kythera“, dem schon 1709 Farbproben an europäische Maler verschickt worden waren. Denn der Vertrieb der Farbe war für Frisch und Diesbach selbstverständlich eine Geschäftschance, die sie nutzten. In einer Pariser Fabrik ließen sie

die Farbe herstellen. Veröffentlicht wurde die Rezeptur 1724. Danach boten viele Farbenhersteller das Pigment an. Bis heute erfreut sich Preußisch Blau

einer hohen Beliebtheit!

Quelle: https://www.preussen.de