31. Mai 1740 in Potsdam

31. Mai 1740 in Potsdam

Heute vor 281 Jahren

Mit König Friedrich Wilhelm I. stirbt im Potsdamer Stadtschloss am heutigen Tag des Jahres 1740 eine der ambivalentesten und schillerndsten Figuren unter den preußischen Herrschern. Der „Soldatenkönig“ verfolgte mit großer Entschlossenheit den Ausbau seines Heeres. Er verdoppelte die Truppenstärke von 40 000 auf über 80 000 Mann. Seine oft harsche und direkte Art äußerte sich im schwierigen Verhältnis zu seinem Sohn und Nachfolger Kronprinz Friedrich, aber auch in vielen überlieferten Zitaten. So bemerkt er etwa im Bezug auf mögliche Feinde: „Ich will wohl ruhig sitzen, wenn sie mich in Frieden lassen, aber wer mich beißt, den beiße ich wieder.“

Sparsamkeit, Disziplin, Gehorsam, Gottesfurcht und eine treue Eheführung sind die Werte, die für Friedrich Wilhelm I. im Mittelpunkt standen. Seine Lebensführung war jedoch alles andere als gesund. Schon einige Jahre vor seinem Tod litt der König an Gelenksentzündungen, Gicht, der sogenannten „Wassersucht“ und starkem Übergewicht und konnte sich im Grunde nur noch mit Hilfe eines Rollstuhls fortbewegen. Wir können nur erahnen, welche unterschiedlichen Gefühle sich in seinem Sohn angesichts der gichtgeplagten letzten Jahre und schließlich des Todes seines Vaters – er starb an Herzinsuffizienz – abgespielt haben müssen. Er hatte sich bereits längere Zeit zuvor mit seinem Vater ausgesöhnt, die vielen Demütigungen seiner Jugend aber sicher nicht vergessen. Der verstorbene König wird in der Gruft der Garnisonkirche in einem schlicht gehaltenen Metallsarkophag beigesetzt.

Seinem Sohn hinterlässt Friedrich Wilhelm I. einen Staatsschatz von beinahe 8 Millionen Talern, der in Fässern in den Kellergewölben des Berliner Schlosses aufbewahrt wird. In seinem Politischen Testament gibt er seinem Sohn zwölf Ratschläge mit auf den Weg, die dieser tatsächlich zu einem guten Teil befolgen wird. „An euch, mein lieber Successor [Nachfolger], ist es, was eure Vorfahren angefangen haben, zu soutenieren [behaupten] (…). Betet zu Gott und fanget niemals einen ungerechten Krieg an. Aber wozu ihr ein Recht habt, da lasset nicht ab.“ Und des Weiteren schreibt der König im Original wie folgt: „Als bitte ich Meinen lieben Successor ein Gottsehliges Reines lehben und wandellen zu führen und seinen Lande und Armeé mit guhten excempell vorgehhen, nicht Sauffen und freßen davon ein unzügtiges lehben herr kommet, (…) auch nicht zugehben das in seine Lender und Prowincen keine Komedien, Operas, Ballettes, Masckerahden, Redutten gehalten werden und ein greu[el] davor haben, weill es Gottlohse und Teuffelichts ist.“ Immerhin 27 Jahre prägte Friedrich Wilhelm I. Preußen und dies sollte langfristige Wirkungen haben. Jochen Klepper nennt ihn sogar „Preußens größten inneren König“.

Quelle: https://www.preussen.de